Dienstag, 12. August 2008

Zurück aus Schweden


Es war eigentlich ganz schön super! Das einzige was mir gefehlt hat war mein Bett. Ja. Es ist ein Leben am Minimum! Ein Herd? Fehlanzeige. Es gab dafür einen Spirituskocher, hat auch prima funktioniert. Das schwedische Jedermannsrecht ist mir sehr sympathisch, darf man doch Feuer machen wann man will, sein Camp aufschlagen wo man will, es sei denn, ein Haus ist ist in Sichtweite. In diesem Landstrich kommt das aber kaum vor. Das in der Abgeschiedenheit der Welt sein, wird hier Wirklichkeit. Einfach nur abhängen, dem plätschern des Stora Le zu lauschen, einen Vogel oder ähnliches aus dem Wald rufen zu hören ist schon etwas das ich nicht vermissen möchte.
Wochenends waren wohl ein paar Motorboote auf dem See. Ansonsten Stille! Bis auf den Tag, an dem ein Gewitter mitten in der Nacht unser Zelt hell erleuchtet! Das Farbenspiel der untergehenden Sonne gepaart mit den doch schon nach Herbst riechendem Wald ist aus meinem Kopf nicht mehr weg zu bekommen.
Nössemark mit seinen paar Einwohnern, wobei ich glaube das der Ort mehr eine Alterresidenz für den Sommer ist, kitschige rote Häuschen, stehen hier nicht dicht an dicht sondern auf grossen Grundstücken, meist auf Anhöhen allein und verlassen. Die örtliche Kirche mit WC und Wickelraum sieht innen aus wie ein Schiff, alte Grabsteine ringsherum. Der einzige Laden im Ort, das Bier war ausverkauft, dafür gab es Cider der nach Waldbeeren schmeckt.
Viel haben wir leider nicht gesehen von den Schweden, die Sprache blieb mir fremd, genauso wie Elche die leider nur mehr als Gerippe neben dem See lagen.
Preiselbeeren und Schwarzbeeren gab es im Überfluss! Was mir eher abging waren Pilze, einmal nur hatten wir das Glück und fanden genügend um uns ein Schwammerlgulasch zu kochen. Dafür war das Schwarzbeeromelette unsere Lieblingsnachspeise für eine Woche. Für ca. 20 km paddeln am Tag müssen natürlich Kräfte gesammelt werden. Ausreichende Verpflegung bekamen wir von scandtrack zu Verfügung gestellt. Ein wenig unglücklich war ich mit der Ölflasche, die keinen Schraubverschluß hatte. Prompt ist sie am letzten Tag aufgesprungen und ergoss sich über meine Lebensmittel. Salz und Mehl waren sofort unbrauchbar. Viele Zwiebeln und keinen Knoblauch, auch etwas das ich nicht verstanden habe. Im allgemeinen war einfach zu wenig Obst und Gemüse in der gut 30 kg schweren Lebensmitteltonne. Wer aber Bohnen liebt der wurde mit ihr glücklich.

Irgendwann will ich es wieder erleben. Diese Ruhe und Ausgeglichenheit. Das plätschern des Sees. Ich vernehme es heute noch wenn ich die Augen schliesse und anfange von der Landschaft zu träumen. Ein Genuss den mir keiner nehmen kann! Wunderbar!

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